Der 1. August 2018 hat den diesjährigen Earth Overshoot Day markiert.

Inmitten einer ziemlich globalen Hitzewelle, neuer Temperaturrekorde, Toter wegen Hitze und Toter in Waldbränden, da haben wir Menschen kollektiv bereits die Ressourcen verbraucht, die die Erde in einem Jahr regenerieren würde.

Fortschritt?

Wir leben schon lange auf eine solche Art. Es hat immens zu dem Fortschritt beigetragen, den Hans Rosling und in jüngerer Zeit Steven Pinker betont haben.

Es gibt nur eben ein offensichtliches kleines Problem mit diesem Fortschritt: Er mag mehr Menschen als je zuvor erreicht haben, gut gewesen sein – aber er wird nicht, er kann schliesslich nicht, so weitergehen, wenn wir mit unseren Trends im Ressourcenverbrauch so weitermachen.

Ressourcen…

Wenn es doch bloss Ressourcenverbrauch wäre.

Es ist aber eine Nutzung von fossilen Brennstoffen, die nicht regeneriert werden, aber dafür Kohlenstoff in die Atmosphäre und die Ozeane verfrachtet, der Millionen Jahre lang nicht mehr dort gewesen war.

Es ist eine Reduktion natürlich, potentiell regenerierender Ressourcen – von Leben – das ein Speicher für solchen Kohlenstoff wäre (v.a. in Form von Wäldern und Boden). Eine Vereinfachung der Biodiversität. Ein Verlust an Ökosystem-Dienstleistungen, von denen wir abhängig sind.

Wir leben immer noch so, als wäre die Erde eine blosse Bühne, “Natur” nichts Handelndes, womit wir arbeiten müssten.

Ablenkung oder Engagement?

Kreativität und Innovation, in deren Mitte wir gerne zu sein behaupten, beschränkt sich oft auf neue Mittel, noch mehr Wert zu extrahieren.
Entweder von Natur und Lebensvorgängen. Oder sogar von uns und unserer Aufmerksamkeit.

Wir streiten uns darüber, wer denn nun richtig läge, wie genau man etwas bezeichnen sollte. Wir lenken uns ab mit Spass auf Social Media und Lebensstilen, die erstrebenswert sind – solange man sich deren negativen Einfluss auf die Welt – und oft genug, auf die Menschen, die sie leben – nicht zu genau ansieht.

Wir könnten jedoch auch auf die Welt und unsere Leben in und mit ihr sehen, Synergien bemerken und damit kreativ werden.

Kreativität

Earth Overshoot bedeutet nicht – jedenfalls nicht, wenn wir wirklich kreativ sind – dass wir zu Zeiten zurück müssten, wo es keine gute Sanitation und Hygiene gab, keine globale Kommunikation und Möglichkeiten, voneinander zu lernen.

Das so zu sagen, das zeigt aber schon, woran wir zu arbeiten haben.

Daran zu arbeiten nämlich, unsere Möglichkeiten zu nutzen, um es besser zu machen – die Welt wie unsere Leben.

Wir können weitermachen wie bisher, immer mehr konsumieren im verzweifelten Versuch, uns zu unterhalten und abzulenken. Mehr und mehr, während die Welt wortwörtlich brennt.

Wir können aber auch kreativ im wahrsten Sinne des Wortes werden.

Regenerieren, restaurieren und neue Wege etablieren, zu leben. Bessere Wege.

Warum diese bessere wären, wie sie besser sein können, was wir denn tun können?

Das sind Fragen, zu denen ich Gedanken beisteuern will. Und Handlungen.